Fragen zur Betriebsrente

Die wichtigsten Fragen zur Betriebsrente und die passenden Antworten. 

Sollte hier eine Frage nicht beantwortet werden, freuen wir uns über einen Hinweis.

Kann ich meine bestehende Direktversicherung bei meinem neuen Arbeitgeber fortführen?

Du kannst deinen Arbeitgeber bitten, die mitgebrachte Direktversicherung für dich weiterzuführen. Dein Arbeitgeber entscheidet aber, ob er einen Vertrag bei deiner Versicherungsgesellschaft übernehmen will. Wenn er nicht zustimmt, dann kann alternativ auch das angesparte Kapital der vorhandenen Versicherung auf eine beim neuen Arbeitgeber neu abgeschlossene Versicherung übertragen werden. Das hat vor allem den Vorteil, dass du im Alter nur aus einer Versicherung Leistungen erhältst und du keinen neuen Vertrag abschließen musst. Abschlusskosten und Provisionen fallen dabei auch keine an. Das hat der Gesetzgeber fair geregelt. Wir haben dazu auch einen Blogbeitrag für Deinen Arbeitgeber verfasst. >> Den findest Du hier.

Hat die steuerfreie Einzahlung auch Nachteile?

Durch die Entgeltumwandlung reduziert sich Ihr Gehalt. Es ist aber vertraglich vereinbart, dass bei allen gehaltsabhängigen Leistungen (z.B. Weihnachtsgeld in Prozent des Monatsgehalts) selbstverständlich das Gehalt ohne Kürzung durch die Entgeltumwandlung als Basis genommen wird.
Die steuerfreie Einzahlung führt dazu, dass die Versorgungsleistungen im Alter, wie die gesetzliche Rente auch, versteuert werden müssen. In der Regel geht man aber davon aus, dass der Steuersatz eines Normalverdieners im Alter deutlich geringer ist als während der aktiven Zeit, so dass am Ende immer ein Steuervorteil mit Zins und Zinseszins bleibt.

Was passiert bei einer Insolvenz meines Arbeitgebers?

Bei einer Direktversicherung liegt dein Geld zugriffssicher bei der Versicherungsgesellschaft. Du hast ein unwiderrufliches Bezugsrecht auf die Leistung, so dass auch der Insolvenzverwalter keinen Zugriff auf die Versicherung hat. Dein einziges Risiko ist, dass dein Arbeitgeber unmittelbar vor Insolvenz die letzten Umwandlungsbeträge zwar vom Gehalt einbehält, aber nicht an die Versicherung zahlt. An das Guthaben im Vertrag kommt aber niemand ran.

Was ist, wenn ich kurz vor oder nach Rentenbeginn sterbe?

Die marktüblichen Versicherungstarife sehen vor, dass bei Tod vor Rentenbeginn deine eingezahlten Beiträge zurückgezahlt werden. Ab Rentenbeginn läuft die Rente meistens mindestens 5 oder 10 Jahre lang und wird auch an Hinterbliebene ausgezahlt. Es kann in der Regel alternativ das vorhandene Restkapital ausgezahlt werden. Was genau bei deinem Unternehmen gilt, steht in der Versorgungsordnung oder den Versicherungsbedingungen.
Aus steuerlichen Gründen kann die Todesfallleistung aber ausschließlich an Ehegatten/Lebenspartner, namentlich benannte Lebensgefährten oder Kinder bis 18, unter bestimmten Voraussetzungen bis maximal 25 Jahre, gezahlt werden. Eine Auszahlung an Dritte oder an die Erben ist bis maximal 8.000 € erlaubt.

Ist eine Riesterrente nicht besser als eine Direktversicherung?

In den allermeisten Fällen ist die Entgeltumwandlung die bessere Lösung. Die Riesterzulagen wirken sich nur bei Geringverdienern mit mehreren Kindern stärker aus als der Steuervorteil bei der Entgeltumwandlung zzgl. dem Arbeitgeberzuschuss.
Dabei solltest du beachten, dass du die Zulagen für Kinder nur zeitlich befristet erhältst, den Steuervorteil und den Arbeitgeberzuschuss der Direktversicherung aber dauerhaft. Hinzu kommt, dass die Entgeltumwandlung bei deinem Arbeitgeber meist mit deutlich kostengünstigeren Versicherungstarifen erfolgt als bei einem Riestervertrag. Wenn du nicht sicher bist, was besser ist, lass dir eine Vergleichsrechnung erstellen. Die kannst du gerne auch >> hier bei uns anfordern.

Muss ich 100 Jahre alt werden, damit sich eine Rentenversicherung lohnt?

Nein, diese Behauptung ist einfach falsch, auch wenn man Sie häufig hört. Der Versicherer geht bei Abschluss einer Rentenversicherung eine sehr langfristige Verpflichtung ein. Um die Garantieleistungen auch in 70 oder 80 Jahren noch erbringen zu können (wenn z. B. ein heute 20-Jähriger abschließt und mit 100 Jahren immer noch Rente bezieht), verpflichtet ihn der Gesetzgeber zu einer extrem vorsichtigen Kalkulation. Diese „zu vorsichtige“ Kalkulation führt in der Regel zu Überschüssen, die dem Kunden jährlich gutgeschrieben werden und die Leistung deutlich erhöhen.
Wenn dich das nicht überzeugt, dann nimm bei Rentenbeginn einfach die einmalige Kapitalleistung. Es zwingt dich ja niemand, die Rente zu wählen.

Ich möchte den Beitrag meines Vertrags erhöhen.

Eine Erhöhung der Entgeltumwandlung ist bis zu den steuerlichen Grenzen jederzeit möglich. Meist kann aber die bestehende Versicherung nicht mehr erhöht werden, weil es zwischenzeitlich Veränderungen im Versicherungsrecht oder in der Tarifkalkulation gegeben hat. Dann wird für den Erhöhungsbetrag eine zusätzliche Versicherungspolice abgeschlossen. Ob eine Erhöhung möglich ist oder ob ein neuer Vertrag abgeschlossen werden muss, können wir gerne für dich herausfinden. Nimm am besten gleich >> hier Kontakt mit uns auf.

Was passiert mit dem Vertrag in der Elternzeit?

Während einer Elternzeit beziehst du kein Gehalt. Deshalb wird die Entgeltumwandlung so lange ausgesetzt. Du kannst die Beiträge zur Direktversicherung während dieser Zeit aber selbst an den Versicherer zahlen, z. B. um deinen vollen Versicherungsschutz aufrecht zu halten. Wenn du das nicht willst, wird die Versicherung während der Elternzeit beitragsfrei gestellt. Die Erträge laufen natürlich weiter. Nach der Elternzeit kannst du den Vertrag wieder aktivieren. Bitte beachte dabei, dass die Elternzeit maximal 36 Monate beträgt. Ein Vertrag muss in der Regel passend dazu auch innerhalb der 36 Monate wieder aktiviert werden.

Kann ich den Beitrag auch reduzieren?

Selbstverständlich kannst du den Beitrag jederzeit reduzieren oder die Beitragszahlung ganz einstellen. Dazu musst du nur eine neue Entgeltumwandlung über den reduzierten Beitrag mit deinem Arbeitgeber vereinbaren und natürlich den Versicherer informieren. Die Wiederaufnahme einer eingestellten Beitragszahlung ist in aller Regel nur innerhalb von zwei Jahren möglich. Danach muss ein neuer Versicherungsvertrag für den Erhöhungsbeitrag abgeschlossen werden.

Ich lasse mich scheiden, was passiert jetzt mit meiner Direktversicherung?

Deine Betriebsrente durch Entgeltumwandlung musst du im Fragebogen, den du vom Gericht bekommen hast, angeben. Die Versicherungsgesellschaft ermittelt dann, welcher Teil des vorhandenen Kapitals in der Versicherung in der Ehezeit entstanden ist und macht dem Familiengericht einen Vorschlag für die gerechte Aufteilung des Versicherungsvertrages auf beide Ehegatten. Der Vertrag wird also in zwei Verträge aufgeteilt.

Was muss ich bei Rentenbeginn tun?

Du musst dich einfach nur beim Versicherer melden und deine Steueridentifikationsnummer, deine aktuelle Krankenkasse und deine Bankverbindung mitteilen. Läuft der Vertrag noch auf deinen bisherigen Arbeitgeber, muss der die Mitteilung an den Versicherer schicken.
Wenn der Versicherer im Einzelfall noch weitere Daten von dir benötigt, dann meldet er sich. Den Rest erledigt der Versicherer für dich.

Ich möchte vorzeitig in Rente gehen. Was muss ich tun?

Sobald du beim Arbeitgeber ausgeschieden bist und gesetzliche Rente beziehst, kannst du auch deine Betriebsrente vorzeitig in Anspruch nehmen. Die Leistung wird dann vom Versicherer auf Basis des vorhandenen Kapitals in der Versicherung neu berechnet. Die Beantragung funktioniert genauso wie beim vereinbarten festen Rentenbeginn.

Ich möchte statt einer Rente die Kapitalauszahlung beantragen. Worauf muss ich achten?

Aus steuerlichen Gründen darfst du dein Recht auf Kapitalzahlung frühestens ein Jahr vor Rentenbeginn ausüben. Der Versicherer verlangt in der Regel, dass du dich spätestens drei Monate vor Rentenbeginn entscheidest. Die meisten Versicherer schreiben dich dazu rechtzeitig an. Diese Frist ist in den Versicherungsbedingungen festgelegt. Wenn du nicht ganz sicher bist, solltest du auf jeden Fall spätestens ein Jahr vor Rentenbeginn beim Versicherer nachfragen, welche Fristen für deinen Versicherungsvertrag gelten. Bei Verträgen der FranchiseRente übernehmen wir das natürlich gerne für dich.

Hat die Ersparnis an Sozialversicherungsbeiträgen auch Nachteile?

Wer weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlt, erhält später auch weniger gesetzliche Rente. Wie viel die Kürzung bei der gesetzlichen Rente später einmal ausmachen wird, weiß heute niemand. Es spricht aber einiges dafür, dass die Rente aus der Entgeltumwandlung deutlich höher ist als der Verlust bei der gesetzlichen Rente.
Da sich durch die Entgeltumwandlung auch das sozialversicherungspflichtige Gehalt reduziert, verringern sich alle Sozialleistungen, die sich am zu verbeitragenden Gehalt orientieren, z. B. Krankengeld, Elterngeld, Arbeitslosengeld.
Ausgeglichen werden diese Nachteile zum einen dadurch, dass dein Arbeitgeber dir einen Zuschuss zur Betriebsrente aus seinen eingesparten Lohnnebenkosten zahlt und die Rente später mit einem ordentlichen Freibetrag ausgezahlt wird. Damit lohnte sich die Betriebsrente in allen Fällen die wir bisher berechnet haben.

Wie funktioniert die Kranken- und Pflegeversicherung im Alter?

Bist du als Rentner gesetzlich krankenversichert, muss die Versicherungsgesellschaft deine Krankenkasse über deine Versorgungsbezüge informieren. Bei Rentenversicherungen führt der Versicherer die Beiträge auch selbst an die Krankenkasse ab. Bei Kapitalleistungen meldet der Versicherung die Leistung an die Krankenkasse. Diese setzt sich dann mit dir in Verbindung. Die Beiträge für Kapitalleistungen sind nicht sofort zu zahlen, sondern über 10 Jahre verteilt, und zwar durch den Rentenempfänger selbst.
Dabei profitierst du seit dem letzten Jahr aber von einem Freibetrag (2021: 164,50 Euro). Der Freibetrag ist an die sozialversicherungsrechtliche Bezugsgröße gekoppelt und verändert sich jährlich in etwa wie die durchschnittliche Lohnentwicklung. Für die Beiträge zur Pflegeversicherung gilt weiterhin die alte Freigrenze.